Du kannst alles, was Du erlebst auch einfach durch ein paar Zahlen erzählen. Die Geschichte der letzten beiden Ferienwochen dieses Sommers ginge dann ungefähr so:

49 Leute saßen 21 Stunden lang zusammen in einem Bus um 1.453 km weiter nördlich in einem Haus, etwa 32 km entfernt von Västerås, 12 wundervolle Tage zu verbringen. Sie paddelten mit 10 Kanus über den Kolbäcksån, probierten rund ein Dutzend Ballsportarten aus und bauten 15 Schwedenhocker namens Hokma, die Ikea demnächst für 18,99 im Sortiment hat. Sie aßen pro Mahlzeit 10kg Pommes Frites oder auch nur 5 kg Reis, schliefen pro Nacht mindestens 12 Stunden oder höchstens 3 und abends, als es ruhig wurde, saßen sie 45 Minuten in einem Gottesdienst, der sich nicht wie einer anfühlte, und lauschten ihrem Herzschlag.

So könntest Du die Geschichte dieses Sommers erzählen, aber es wäre viel zu kurz und viel zu knapp, weil darin nichts vorkommt von den vielen lustigen Momenten in denen Du vor Lachen Tränen in die Augen bekommen hast. Auch nicht vom Schweigen, als ihr zusammen am Steg gesessen und aufs Wasser geschaut habt. Oder vom verschmitzten Grinsen dieses wundervollen Menschen, den Du erst in Schweden so richtig kennengelernt hast. Erzähl‘ lieber davon, wenn sie dir die nur scheinbar harmlose Frage stellen: „Und? Wie war Dein Sommer?“