an jedem 12. eines monats um 20.00 uhr

haiti am 12.

ein jahr lang beten wir an jedem 12. eines monats mit der gemeinschaft von taize und unzähligen menschen rund um den erdball für haitit.

aus haiti schreibt Richard am 21. Januar:

‚In der Nacht kommt es mir vor, als gäbe es keinen Unterschied mehr zwischen Tod und Leben.
Seit mein Land am Dienstag, den 12. Januar, im Chaos versunken ist, sehe ich mehrere Jahrzehnte in fünf Sekunden des Bebens untergehen. Die Hoffnung ist verschwunden:

kein Geld mehr, kein Job, Zehntausende ohne Unterkunft, kein Wasser, kein Essen, kein Strom. Zuvor kümmerte sich der Staat nicht um die Menschen; nun kann man sagen, er hat die Flucht ergriffen.
Unter den Trümmern verfaulen die Leichen nach neun Tagen. Es herrscht ein fürchterlicher Gestank in fast allen Stadtteilen; wir schlafen im Freien neben dem Müll, dem Geruch von Urin und Fäkalien. Seuchen unbekannter Art werden sich ausbreiten. Aber Gott ist groß und er ist die Liebe, er hat für uns bereits einen Plan der Liebe. Die Gesänge aus Taizé, „Jésus le Christ“ und „Fiez-vous en lui“ verleihen mir eine Kraft und ein Vertrauen, die ich mir nie hätte vorstellen können. Ich bitte Euch sie oft in den Gebeten zu wiederholen in Erinnerung an Haiti.

Versucht Euch einen Moment vorzustellen: eine Generation, die so gut wie nicht auf eine Naturkatastrophe vorbereitet war, ist von den Naturgewalten zerrissen worden. Ich wusste nicht, dass die Nachbeben so stark sein können; die ganze Nacht schlafe ich mit Herzklopfen und wenn ich einschlafe und die Erde wieder bebt, bleibt mir der Atem stehen.

Panik entstand, da es nicht mehr viele Polizisten gibt und viele Gefangene entkamen. Jede Nacht geschehen Raubüberfälle, Vergewaltigungen, Schießereien.

Aber noch schlimmeres Unheil richten sie mit Gerüchten an. Am Dienstag, wenige Stunden nach der Tragödie, lief eine Gruppe von Verbrechern – nur um an das zu kommen, was den Überlebenden noch geblieben war – mit der Warnung umher, dass das Wasser steigt: „Tsunami“. Stellt euch vor, wie Schwerverletzte, mit gebrochenen Knochen, versuchten davonzulaufen. Oh Gott!

Bittet alle Menschen auf der Welt, zwölf Monate am 12. jedes Monats für die Menschen in Haiti zu beten. Zögert nicht; es ist sehr wichtig!‘