Guten Morgen zu Hause!

Gestern früh um 02:30 Uhr bin ich am Flughafen Ben Gurion Tel Aviv gelandet – zum Glück nicht alleine, sondern zusammen mit meiner Mitvolontärin Magda, die ich schon von der Inkulturationswoche in Köln kenne. Zum Glück, weil wir bevor wir endlich von Deutschland abheben konnten eine Komplikation mit unserem Flugzeug durchstehen mussten, dessen Computer nicht so wollte wie wir und das Triebwerk nicht ansprang. Daraufhin durften wir alle erstmal wieder aussteigen und erst drei Stunden später mit einer anderen Maschine losfliegen. Der Start in mein Jahr in Israel war also ein wenig holpriger als gedacht – aber als wir erstmal in der Luft waren, lief dann alles glatt.

Nach vier Stunden Flug durch die Nacht landeten wir also in Tel Aviv und wurden dort von Paul Nordhausen, unserem „Chef“ abgeholt und herzlich begrüßt. Paul war übrigens selbst mal Volontär hier und ist sozusagen „kleben geblieben“ – wer weiß also ob ich überhaupt wieder nach Hause komme 😉 Die Sicherheitskontrollen am Flughafen haben mich schon etwas nervös gemacht: Magda und ich wurden direkt auf dem Weg vom Flugzeug zur Passkontrolle herausgefischt und ein paar Minuten befragt, konnten aber glücklicherweise glaubhaft klar machen, dass wir keine üblen Absichten haben. Bei der Passkontrolle selber wurden uns wieder ein paar Fragen gestellt und wir wurden kritisch gemustert – als wir dann beide unseren Stempel im Reisepass und den Passierschein in der Hand hatten, waren wir wirklich erleichtert. Darauf folgten noch zwei Stunden Autofahrt von Tel Aviv bis nach Tabgha.

Die Hitze hier schlägt einem wenn man aus dem Flughafengebäude tritt erst einmal total ins Gesicht. Hier in Tabgha ist es dann noch um einiges schwüler als in anderen Gegenden Israels und man schwitzt eigentlich permanent – das ist nicht unbedingt schön, aber so geht es jedem hier, egal ob man es nach einer gewissen Gewöhnung an das Klima noch bemerkt oder nicht. Die Umgebung hier ist der Wahnsinn: Oliven-, Mango-, Limetten- und Granatapfelbäume, Palmen, Kakteen, blühende Sträucher und Bäume und natürlich das blaue Auge, der See Genezareth, machen Tabgha zu einem der schönsten Orte, an denen ich jemals war. Aber auch unsere Zimmer sind für Volontärunterkünfte mehr als angemessen, um nicht zu sagen luxuriös. Ich wohne im Moment noch mit zwei anderen Volontärinnen, die allerdings in den nächsten Wochen ausreisen werden und durch Helena, die ich schon kenne, und eine weitere neue Volontärin abgelöst werden, in einer kleinen WG zusammen. Jede von uns hat ihr eigenes Zimmer mit eigenem Bad, wir haben einen Fernseher auf denen deutsche Programme laufen, eine ordentliche Ansammlung von Büchern, einen kleinen Kühlschrank und vor allem ist das Ganze mit einer guten Klimaanlage ausgestattet.

Da wir gestern erst gegen 7 Uhr morgens (ich bin euch in Deutschland übrigens eine Stunde voraus, während ich das hier tippe ist es gerade 08:45 bei mir) in Tabgha ankamen, haben wir erstmal bis Mittags geschlafen. Babette, eine der bald abreisenden Volontärinnen, hat mich den Nachmittag über herumgeführt und mir jede Menge über das Leben und die Arbeit hier erzählt. Dann gab es erstmal eine Portion Pita mit unglaublich leckerem Hummus (und das war nur das aus dem Supermarkt!) und Wasser mit Limetten-Minze-Saft und Magda und ich haben schon die beiden US-Amerikaner Josh und Paul kennen gelernt, die mit uns das Jahr hier verbringen werden. Ausser ihnen erwarten wir in den nächsten Wochen noch Helena, die wie Magda und ich vom DVHL entsendet wird, Caro vom Volontärsprogramm der Erzdiözese Freiburg und Simon. Mit Dominic, der seit September letzten Jahres hier ist und sein Volontariat bis April 2013 verlängert hat, sind wir acht Tabgha-Volontäre dann komplett.

Das sind also die ersten Eindrücke aus Israel, die ich mit euch teilen kann – ich melde mich bald wieder, dann bestimmt auch mit Fotos, denn gestern war ich mit meinen eigenen Augen noch zu beschäftigt, als dass ich noch ein drittes mit herumschleppen und damit knipsen wollte 😉

Bis bald!

Eure Theresa