Du bist das Salz der Erde

Du bist das Salz der Erde

„Ihr seid das Salz der Erde“ (Mt 5, 13) Das ist das zentrale Thema dieses (Jubiläums-)Jahres in Taizé. Wir waren mit einer Gruppe aus kafarna:um dort, um die erste Frühlingswoche in Taizé zu verbringen und die Karwoche mit dem Palmsonntagsgottesdienst in Taizé zu beginnen.

Jetzt sind wir wieder da.

Was haben wir aus Taizé mitgenommen?

salz„Ich nehme viele Dinge aus Taizé mit und packe sie in meinen Lebensrucksack: Die wunderbare Erfahrung der Gemeinschaft im kleinen Kreis (<200 Leute), am Ende kannte man wirklich jeden. Den Samstagabend in der Kirche, wo ich das beste „Bless the Lord“ gehört habe. Die tollen Gespräche mit tollen Personen. Die Entscheidung, das zu machen, was aus mir kommt. Ich möchte nicht irgendetwas tun, was ich nur für Geld mache, sondern ich möchte die Erde salzen mit meinem Leben.“ (Nils)

„Die Woche war ganz anders als die anderen Male, weil wir nur wenige hundert Jugendliche waren, man jeden häufiger traf und die Gespräche mehr vertiefen konnte. Das war eine tolle Erfahrung, andererseits fehlte mir die Menschenmenge bei den Gesängen in den Gebeten. Das Thema „Salz der Erde“ bestärkte mich darin, im Hier und Jetzt die Aufgabe, verantwortungsvoll und liebend mit der Welt, meinen Mitmenschen und der gesamten Schöpfung umzugehen, weiterhin mit Freude und mit Gott auszuführen.“ (Hanna)

marmelade„Ich packe mein Marmeladenglas und nehme mit: Wundervolle Begegnungen und Gespräche, alte und neue Freundschaften, neue Spiele und Lieblingslieder. Und ein erneuertes Bewusstsein über die Aufgabe, die mir und uns als Ebenbild Gottes – als Salz der Erde – zukommt: Verantwortungsvoll mit Seiner Schöpfung umzugehen und unser Leben – im Rahmen unserer Möglichkeiten! – in den Dienst anderer zu stellen.“ (Susanna)

„Ich habe die Woche in Stille verbracht und nehme sehr viele offene Fragen mit zurück in meinen Alltag. Ich habe erlebt, wie Worte, die ich schon so oft gesagt bekommen oder gelesen habe, mit der Zeit eine völlig neue Bedeutung entfalten können.“ (Johanna)

„Viele Fragen und das Bewusstsein, dass „leben“ und „lebendig sein“ zwei verschiedene Dinge sein können. Wenn wir das Salz der Erde sein wollen, müssen wir lebendig sein und nicht alles als selbstverständlich hinnehmen, sondern uns über das Leben freuen und diese Freude weitergeben, damit wir gut mit anderen Menschen zusammenleben können.“ (Simon)

Mein Gott hat nochmal ganz klein angefangen…

ganzkleinangefangen5

Ich liebe Geschichten. Als ich klein war, damals in den 80ern, kamen sie meistens noch vom Band, von Hörspielkassetten, die der Rekorder regelmäßig „auffrass“, sodass ich sie mit dem kleinen Finger wieder aufrollte. Und dann Bücher. Wie großartig war das, plötzlich eine Flatrate auf alle Geschichten der Welt zu haben. Dass Geschichten ganz anders werden, wenn man sie mit Musik erzählt, wurde wichtig als ich irgendwann mehr Zeit mit Gitarre spielen verbrachte als mit Büchern. Und wie meisterhaft sich Geschichten und Charaktere erzählen lassen, wenn man sie als TV-Serie über mehrere Jahre entwickeln kann, hat mich vor ein paar Jahren zum Serienjunkie gemacht.

Beim Geschichtenerzählen gibt es seit Tausenden von Jahren ein dreiteiliges Standardmodell. Exposition – Konfrontation – Lösung. Das wird von der griechischen Tragödie bis zur „How I met your Mother“-Folge ziemlich munter angewendet.
Damit kann man super Geschichten erzählen und wenn man es richtig dramatisch machen will, dann muss die Wende möglichst aufwendige Begleiterscheinungen mit sich bringen. Wenn der Typ in der romantischen Komödie es bei seiner Liebsten total verbockt hat, dann reicht natürlich keine einfache Bitte um Entschuldigung, sondern er muss sich schon einiges einfallen lassen, um sie zurück zu gewinnen.

Ich weiß nicht, wie deine Erfahrungen mit der Reparatur von kaputten Beziehungen ist, aber bei mir hat diese Standardvariante noch nie funktioniert. Wenn du eine Beziehung wieder ganz machen willst, helfen keine Hollywood-Szenarien. Das ist harte Arbeit, da musst du nochmal ganz klein anfangen. Vertrauen aufbauen. Dich erstmal fragen, wie das alles für diesen anderen Menschen ist. Wie er sich fühlt. Was er im Leben so durchmacht.

Gott hat das ganz ähnlich gemacht. Eigentlich war ja alles perfekt angelegt: Eine großartige Schöpfung, ein Universum mit allen Zutaten, um Schokolade, Kaffee, Bier und Salbeitee (…der ist für dich, Flo) herzustellen. Trotzdem hat es irgendwie nicht geklappt, mit Gott und den Menschen. Zuviel Egoismus, zuviel Ehrgeiz, zu wenig Sinn fürs große Ganze – wie das eben so ist, bei uns Menschen. Also brauchte Gott einen Neuanfang mit uns und wenn diese Geschichte nur eine von vielen wäre, dann stünde da in der Bibel, dass Gott einen richtig großen Auftritt mit sämtlichen himmlischen Heerscharen hingelegt hat, um uns richtig zu beeindrucken und davon zu überzeugen, dass seine Idee von der Welt schon irgendwie besser ist, als unser „Jeder-denkt-an-sich“-Modell.

Das steht da aber nicht. Gott macht es anders. Er fängt nochmal ganz klein an. Behutsam. Versetzt sich in diejenigen, die er liebt, hinein. Macht durch, was wir durchmachen. Wird selber Mensch. Und dann, erst dann, kommt die Nummer mit dem Heer der Engel. Damit wir auch mitkriegen, dass da was Großartiges neu angefangen hat. Eine Liebesgeschichte. Der zweite Versuch. The greatest story ever told.

Frohe Weihnachten!