Ist Firmung wirklich „mehr“?

„Da geht noch mehr…“, steht auf der Karte, die ich in meinem Briefkasten finde. Auf die Frage: „Was denn?“ antwortet mir die Karte mit „Firmung“. Zuerst bin ich eigentlich gar nicht so begeistert. Ich bin zwar Messdienerin und mache das auch gerne, aber irgendwie ist mir die katholische Kirche doch ziemlich suspekt. Die Frage, die mir nicht aus dem Kopf geht: „Kann ich Messdienerin sein, ohne zur Firmung zu gehen?“. Wohl kaum.

Also melde ich mich, mit widersprüchlichen Gefühlen und der Hoffnung, ein bisschen Klarheit in die ganze Geschichte zu bringen, zum Firmkurs an. Auch auf dem Weg zur Vorbesprechung bin ich noch immer hin-und hergerissen. Als ich ankomme, bin ich überrascht, dass ich viele der Teilnehmer schon kenne, oder sie mir zumindest bekannt vorkommen. Vielleicht, bin ich ja doch gar nicht so falsch hier…

 

Nach der Vorbesprechung treffen sich alle zum gemeinsamen Gottesdienst. Ich hatte gar nicht so viel Lust darauf, aber was ich dann unter dem Namen „Gottesdienst“ erfahre, ist genau das, was ich gebraucht habe. Hier habe ich das Gefühl, angekommen zu sein. Inmitten von Leuten, die sich genauso wenig mit der Institution katholische Kirche identifizieren, wie ich.

Die Firmfahrt wird zu etwas, auf das ich mich viel mehr freue als bisher. Schließlich habe ich den Eindruck, dass das was da „noch mehr“ geht, genau das ist, wonach ich eigentlich schon gesucht habe.

Entscheidung zum Abenteuer

„Entscheide dich doch mal!“. Klingt so einfach, ist es aber gar nicht. Man wägt alle positiven und negativen Folgen ab und am Ende ist man meistens so planlos wie vorher. Da gibt es dann die großen aber auch kleinen Entscheidungen, die man im Leben halt treffen muss. Das reicht von „Was will ich heute morgen frühstücken?“ bis „Willst du mich heiraten?“. Die Firmung liegt wohl irgendwo dazwischen. Lässt man sich nun firmen oder lässt man es lieber sein? Ich glaube das muss jeder für sich selbst entscheiden. Mir persönlich hat die Firmfahrt ziemlich dabei geholfen. Man kann die Firmung wie eine Art Ruf zum Abenteuer sehen, auch wenn man die Entscheidung im Endeffekt selber trifft. So gesehen ruft man sich eigentlich selbst zum Abenteuer auf und entschließt sich bewusst einen Schritt auf Gott zu zu machen. Wie es danach weiter geht weiß man zwar noch nicht, aber das ist ja gerade das, was ein Abenteuer ausmacht. Sicher sein kann man sich nur, wenn man sich dazu entscheidet.

 

 

Was mir mein Glaube wirklich bedeutet

Bente und ich standen vor der „Jugendkirche Kafarnaum“. Bis dahin hatte ich keine Ahnung was auf mich zukommen würde und welchen Einfluss das Sakrament der Firmung und die Vorbereitung auf mich haben würden. Denn als ich Bente ein paar Monate vorher fragte, ob wir gemeinsam zur Firmung gehen wollen, dachte ich dabei an ein paar langweilige Vorbereitungstreffen, die mich eher an den Religionsunterricht erinnern würden. Dann wäre ich halt gefirmt, dachte ich mir so einfach. Nachdem sie mich allerdings überredet hatte die Firmung nicht in unserer eigentlichen Gemeinde zu machen, sondern bei kafarnaum, war ich zunächst einmal gespannt, hatte aber auch ein bisschen Angst, da ich ja niemanden außer Bente kannte.

Heute, eine Woche vor dem Tag der Firmung selbst, denke ich an die Fahrt nach Holland zurück und bin einfach nur dankbar. Der „Herzschlag“ am Ende des Tages in dieser Gemeinschaft hat mir gezeigt, was Firmung wirklich bedeutet und besonders: was mir mein Glaube wirklich bedeutet. Die Firmung hier zu machen verbindet mich nicht nur mit Kafarnaum und den Menschen die ich nicht mehr missen möchte, sondern auch mit meinem Glauben und Gott.

Ein weiterer Schritt zum Sakrament

 

Briefkasten, Brief, von der Kirche…na toll. Was wollen die denn jetzt?

Ich öffne den Brief…Heldenreise. WAS ist das denn?

Firmung…Was soll ich damit denn?

Lese weiter…

5 Tage ans Meer…Neue Leute kennenlernen…Superhelden in dir entdecken…

Naja, besser als ein Jahr regelmäßig zur Firmvorbereitung zu gehen. Ich melde mich an…

Kennenlerntreffen…Sonntag in Kafana:um

Komme begeistert nach Hause…

Zwei Wochen später. Die Reise geht los. Ich kannte vorher nur eine Person und nachher haben sich mehrere Freundschaften entwickelt und ein größeres Interesse an kafana:um

Letztendlich bin ich froh, dass ich mitgekommen bin, weil dies meinen Glauben zu Gott gestärkt hat und damit habe ich entschieden, das nächste Sakrament anzunehmen

Vollwertig

Wir werden mit einem Blatt Papier vor unserer Schule stehen und uns fragen: Was jetzt, wie soll es weiter gehen? Studium, Work and Travel, Au Pair oder doch lieber ein Auslandsjahr?   

Es gibt viele Möglichkeiten für die wir uns entscheiden könnten, nur eine müssen wir zum jetzigen Zeitpunkt auswählen. Wir sind unsicher, ob das, wofür wir uns letztendlich entscheiden wird wirklich das Richtige ist.

Nach der Firmung haben wir jemanden, der uns zur Seite steht und bei all dem was wir machen, unterstützt. Der Firmpate ist dieser Jemand, der ein Mentor sein könnte oder einfach ein guter Freund. Der mehr Lebenserfahrung hat und sowohl gute als auch schlechte Entscheidungen getroffen hat, die er bereut oder nicht bereut. Bei der großen Entscheidung, vor der wir nun stehen, kann der Firmpate uns zur Seite stehen.

Die Firmung gibt uns selbst die Möglichkeit eigenständiger zu sein. Jedoch können wir auch Unterstützung bekommen, bei dem was wir tun, weil wir als vollwertige Mitglieder in der christlichen Gemeinschft respektiert werden.

Ich weiß es nicht

 

Ich glaube zwar nicht sehr an Gott, aber trotzdem sagt mir irgendwas, dass es das Richtige ist. Ob es daran liegt, dass meine Großeltern sich schon sehr darauf freuen oder daran, dass ich an diesem Tag mit meiner Familie essen gehe. Schon damals bei der Kommunion hab ich mich gefragt, wofür ich das alles mache, doch weiß es immer noch nicht genau. Ich glaube bei der Kommunion waren die meisten Gründe für mich: die Geschenke, das Fest und das Treffen der Familie. Im Nachhinein kann ich mich auch nur daran erinnern und nicht an die vielen Stunden der Vorbereitung und die Kommunion selber. Ich zweifle auch oft an „meinem“ Glauben und der Kirche, oft habe ich das Gefühl, dass es die Kirche nur gibt um Menschen neue Kraft und Hoffnung zu geben. Deshalb kann ich auch nicht genau beantworten, weshalb ich mich firmen lasse. Ich glaube bei mir ist es eher der Grund, das meine Familie zusammen kommt und es ein schönes Fest wird.